
Nachhaltige Landwirtschaft und Imkerei
Guinea (Westafrika)
Wir unterstützen unseren Schweizer Partner „Nouvelle Planète“ bei der Umsetzung nachhaltiger Landwirtschafts- und Imkereiprojekte in Dörfern der Unterpräfektur Kolenté in der Region Kindia in Guinea (Westafrika) in Zusammenarbeit mit organisierten Frauengruppen aus den lokalen Gemeinden. Die Projekte verbessern die Ernährungssicherheit und das Einkommen der Dörfer und tragen gleichzeitig zum Schutz des Bodens, des Waldes und des Ökosystems bei.
Gemeinsam für den Boden, den Wald und die Würde der Frauen

Kontext
In einer Subsistenzwirtschaft haben Fragen des Naturschutzes möglicherweise keine hohe Priorität. Landwirte in ländlichen Gebieten sind anfällig für den Einfluss skrupelloser Pestizid- und Düngemittelhändler. Darüber hinaus stellen der Mangel an angemessener Infrastruktur, Werkzeugen und Qualifikationen ein Hindernis für die Entwicklung ihrer Tätigkeiten dar und gefährden damit ihre Ernährungssouveränität und ihr Einkommen. Was die Honiggewinnung betrifft, greifen die Anwohner in der Regel auf invasive Praktiken zurück. Infolgedessen werden Bienenstock, Schwarm und Wald geschädigt. Die lokalen Gemeinschaften sind entschlossen und einfallsreich. Allerdings werden sie durch den Mangel an finanziellen Mitteln behindert. Die daraus resultierende allmähliche Entmutigung treibt die Landflucht voran. Die Landwirtschaft ist die Haupttätigkeit in den Dörfern.

Auswirkungen
Die Entwicklung agroökologischer Praktiken, die an die lokalen Gegebenheiten angepasst sind, gepaart mit angemessener Ausbildung, Bewässerungssystemen, Lager- und Verarbeitungsanlagen, Ausrüstung sowie dem Zugang zu Land und der Stärkung der Rolle der Frauen, ist die einzige ökologisch und wirtschaftlich nachhaltige Lösung. Im Rahmen des Übergangs zu einer umweltbewussten Imkerei unter Verwendung traditioneller, nicht-invasiver Werkzeuge wird eine Wiederaufforstungsmaßnahme durchgeführt, um das geschädigte Ökosystem wiederherzustellen. Durch das Projekt erwerben die Frauen neue Fähigkeiten und gewinnen Unabhängigkeit von ihren Ehemännern. Dadurch gewinnen sie an Ansehen und Selbstvertrauen und sind besser gerüstet, verantwortungsvolle Rollen zu übernehmen. Die Gemeinschaft wird ihre Lebensbedingungen verbessern, indem sie ihre Ernährungssicherheit und Gesundheit stärkt und wertschöpfende Tätigkeiten ausübt, die das ganze Jahr über ein höheres Einkommen generieren.

Partnerschaft
Wir unterstützen „Nouvelle Planète“ dabei, den Übergang zu nachhaltigen land- und bienenzüchterischen Praktiken zu vollziehen, die den Boden und das Ökosystem schonen und gleichzeitig den Lebensunterhalt der Gemeinschaft sichern. Zu den wichtigsten Aktivitäten, die unter Einbeziehung der Gemeinschaft entwickelt werden sollen, gehören: ein Bewässerungssystem, die Errichtung von Umzäunungen zur Sicherheit und zur Förderung der Fruchtfolge, die Bereitstellung von Saatgut lokaler Sorten, die Bereitstellung von Werkzeugen und Ausrüstung, Schulungen in den Bereichen Landwirtschaft, Imkerei und Organisation, die Aufstellung von Bienenstöcken, die Einrichtung eines Lagerraums, der Zugang zu Absatzmärkten für den Verkauf der Erzeugnisse, die Optimierung von Vertriebsstrategien sowie Wiederaufforstung und der Schutz der Artenvielfalt. Es handelt sich um ein Multi-Stakeholder-Projekt von strategischer Bedeutung für die Region, an dem auch eine lokale Nichtregierungsorganisation und die Kommunalverwaltung beteiligt sind. Dies ist für uns eine Gelegenheit, einen Beitrag für die Gemeinde zu leisten und gleichzeitig aus einem komplexen Prozess und System zu lernen.

